Auf dieser Seite finden Sie einige Tipps, die für mehr Ausgeglichenheit und inneren Frieden sorgen können. Es handelt sich um Methoden zur Bewußtwerdung, welche auch für die homöopathische Therapie sehr hilfreich sein können, weil Sie für einen Zugang zu Empfindungen sorgen, ohne in mentale Etikettierung und Analyse abzugleiten.
Daher empfehle ich meinen Patienten das Betrachten der Beschwerden ohne den Versuch sie zu benennen oder zu bewerten. Erspüren Sie Ihre Beschwerden direkt und versuchen sie erst später diese Empfindungen in Worte zu fassen, möglichst ohne Begründungen, nur das direkte Erleben.
Allgemein kann ich die folgenden Arten der Meditation empfehlen:
Lenken Sie im Alltag Ihre Aufmerksamkeit häufiger mal von der Lebenssituation und Ihrer persönlichen Geschichte weg. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
1. Beobachten Sie so oft wie möglich Ihren Atem. Erspüren Sie, wie der Atem ganz von selbst atmet. Versuchen Sie ihn nicht zu verändern, fühlen Sie nur diese leichten, sanften Bewegungen der Luft. Wie die Luft Ihre Lungen füllt und wieder ausströmt. Ganz von selbst.
2. Fühlen Sie in Ihren Körper. Schauen Sie ob Sie die Lebendigkeit spüren können. Fangen Sie mit den Händen an, oder einem anderen Körperteil, welches Sie in dem Moment gut spüren können. Bleiben Sie nur bei dem Gefühl, ohne Wertung, ohne Urteil.
3. Lauschen Sie auf die Geräusche um Sie herum. Richten Sie Ihren Fokus vor allem auf das Entstehen und Vergehen von Geräuschen und auf die Stille dazwischen. Vielleicht können Sie immer mehr die Stille wahrnehmen, in denen die Geräusche auftauchen.
4. Führen Sie jede Bewegung mit größtmöglicher Achtsamkeit aus. Ob Sie nun einen Becher Tee zum Mund führen, einen Schritt tun, oder Ihre Finger die Tastatur berühren. Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit voll und ganz bei diesen Tätigkeiten.
5. Lauschen Sie dem Verstand mit seinen vielen Gedanken ohne das Sie diese Gedanken weiter denken. Nehmen Sie einfach wahr, wie ein Gedankenfaden sich an den nächsten heftet, wie vorüberziehende Wolken am blauen Sommerhimmel. Warten Sie auf den nächsten Gedanken, wie die Katze vor dem Mauseloch. Sie können auch ein Spiel daraus machen. Setzen Sie sich dafür mit Schreiber und Zettel hin und machen Sie einfach ein kleines Kreuz, wenn Sie merken, das wieder ein neuer Gedankenfaden auftaucht. Dann schenken Sie dem markierten Gedanken keine weitere Aufmerksamkeit mehr und warten Sie auf den nächsten.
6. Falls Sie irgendwo Anspannungen oder Schmerzen verspüren, versuchen Sie nicht diese zu bekämpfen oder auszugrenzen. Richten Sie ihre liebevolle Aufmerksamkeit dorthin, ohne über diese Empfindungen zu urteilen. Sobald Sie merken, das Sie urteilen, wie z.B. "Dieser Schmerz sollte nicht da sein...", dann kommen Sie einfach wieder zu der direkten Empfindung zurück. Vielleicht werden Sie feststellen, das der Schmerz oder die Anspannung dadurch seine Schwere verliert.
7. Auf die gleiche Art und Weise können Sie sich Gefühlen zuwenden. Auch wenn ein vermeintlich negatives Gefühl auftaucht, dann erspüren Sie es einfach voll und ganz. Verfallen Sie nicht in ein Theoretisieren, warum das Gefühl da ist oder was es Ihnen sagen will. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit einfach voll und ganz darauf. Lassen Sie dieses Gefühl zu, dann muss es sich nicht weiter verzweifelt um Ihre Aufmerksamkeit bemühen.
8. Ergründen Sie, was in Ihnen keinem Wandel unterworfen ist. Ziehen Sie die Aufmerksamkeit von den Gedanken, den Emotionen und den Dingen ab. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung oder das Wahrnehmende selbst.
Dies sind alles sehr einfache Übungen, die in kürzester Zeit für mehr Entspannung sorgen können und die zu einer verstärkten Bewußtwerdung führen. Sollten Sie in Gedanken abgleiten und dies bemerken, ärgern Sie sich nicht darüber, das Sie abgeglitten sind, freuen Sie sich statt dessen! Denn sobald Sie Unbewußtheit bemerken, sind Sie in dem Moment nicht mehr unbewußt!
Der Vorteil der oben genannten Techniken liegt in ihrer Einfachheit und ihrer tiefen Effizienz. Sie lassen sich größtenteils gut in den Alltag integrieren. Wenn Sie große Anspannung während der Arbeit feststellen, machen Sie eine Pause. Wenn Sie meinen am Arbeitsplatz nicht inne halten zu können, dann gehen Sie aufs "Stille Örtchen", oder machen Sie statt einer Raucherpause eine Atembeobachtungspause. Sie werden am meisten von den Techniken profitieren, wenn Sie diese so häufig wie möglich einsetzen. Bei kleinerer Anspannung während der Arbeit bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder zur Achtsamkeit zurück, wie oben beschrieben.
Wenn Sie diese Übungen in Ihren Alltag integriert haben, werden Sie vielleicht feststellen, das die ganze Anstrengung und Kontrolle, die Sie aufwenden um "Glücklich-Sein" zu erreichen, eher hinderlich ist. Sie mögen feststellen, das in eben solcher Weise, wie der Atem am besten von selbst fliesst, auch das Leben am besten fliesst, wenn Sie keine Glaubenssätze dazwischen schieben. Auf diese Weise können Sie Glücklich-Sein, anstatt Glücklich-Sein zu wollen.
Sehr viel Stress entsteht dadurch, dass wir nach einem Zustand in der Zukunft trachten, oder die Gegenwart ablehnen. Wenn Sie eine solche Dynamik in sich feststellen, dann machen Sie am besten eine der oben genannten Übungen und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diese Weise wieder auf den jetzigen Moment.
Die Methode von Byron Katie "The Work":
Die folgende Methode von Byron Katie dient ebenfalls der Bewußtwerdung und kann Ihnen zu mehr Frieden und zu mehr Ausgeglichenheit verhelfen. Es geht nicht darum Ihre Meinung zu ändern, auch wenn das ein Resultat sein könnte. Es geht einzig und allein um mehr Bewußtwerdung.
Inhalt dieser Metode ist, das Sie quälende Glaubenssätze aufschreiben und Sie anschliessend mittels der vier Fragen betrachten. Diese vier Fragen sollten von Innen heraus beantwortet werden. Nehmen Sie sich Zeit für die Antwort und seien Sie so ehrlich wie möglich zu sich selbst.
Besonders gut eignet sich diese Technik bei sehr festgefahrenen Konzepten und emotionalen Problemen. Anfangs brauchen Sie allerdings ein wenig Zeit und Ruhe um die Technik zu praktizieren. Nach einiger Zeit der Praxis kann es auch geschehen, das die Fragen sich wie von selbst in den Alltag integrieren und sich in Ihrem Unterbewußtsein verankern
Für die erste Zeit empfiehlt es sich diese Gedankenüberprüfung auf dem Papier zu machen. Ebenso ist es ratsam bei sehr tief sitzenden Problemen auch später auf die Papiervariante zurück zu greifen, selbst, wenn Sie die Technik bereits routiniert im Geiste einsetzen.
Im folgenden finden Sie ein vorgefertigtes Arbeitsblatt, das zum Urteilen und anschliessendem Überprüfen einlädt.
Das vorliegende Blatt ist so formuliert, das Sie Ihre Gedanken gut über eine andere Person zu Papier bringen können. Sie können aber auch genauso gut über Lebensumstände oder sich selbst schreiben, (was aber vor allem dann zu empfehlen ist, wenn Sie schon etwas Übung mit der Methode haben).
Nun zu der Vorgehensweise:
· Bilden Sie kurze, einfache Sätze.
· Sie sollen weder gut, freundlich, noch spirituell sein.
· Schreiben Sie Ihre Gedanken und Gefühle so direkt und filterlos wie möglich auf.
· Schreiben Sie aus der Situation heraus, in der Sie sich verletzt, nicht gesehen oder ungerecht
behandelt fühlten. Wenn es, z.B. um eine Situation aus Ihrer Kindheit geht, schreiben
Sie so, wie Sie sich als Kind in der Situation gefühlt haben.
Zu dem Arbeitsblatt:
Das bewußte Urteilen:
1. Wer macht Sie wütend, traurig, ärgerlich oder enttäuscht Sie? Und Weshalb?
(Beispiel: Ich bin wütend auf ..., weil ... .)
Ich bin ...
2. Wie sollte er/sie sich ändern? Was wollen Sie von ihm/ihr?
Ich will, dass ...
3. Was genau sollte er/sie tun oder lassen, denken oder fühlen? Wie sollte er/sie sein?
Welchen Rat haben Sie für ihn/sie?
_________________ sollte (nicht) ...
4. Was soll er/sie tun, damit Sie glücklich sind?
Ich brauche von _________________, dass ...
5. Was denken Sie über ihn/sie? Machen Sie eine Liste:
_________________ ist ...
6. Was wollen Sie mit dieser Person nie wieder erleben?
Ich will nie wieder erleben, dass ...
Sie können sich das Arbeitsblatt auch gerne auf ihrem Computer speichern und ausdrucken.
Dafür gibt es hier das "The Work" Arbeitsblatt für das bewußte Urteilen noch einmal im Pdf-Format.
Ebenso können Sie sich hier auch den Überprüfungsbogen im Pdf-format downloaden:
Die Überprüfung:
Die Vier Fragen:
(Es kann sein, das nicht alle Unterfragen genau zu dem Satz passen, den Sie formuliert habe. Sie sollen nur eine Anregung geben. Sie können die Unterfragen gegebenenfalls auch umformulieren.)
1. Ist das wahr?
(Versuchen Sie diese fragen mit einem ehrlichen Herzen zu beantworten.)
- Wie sieht die Wirklichkeit aus?
- Wessen Angelegenheit ist das?
- Können Sie letztendlich wirklich wissen, wie er/sie handeln oder sein sollte?
- Können Sie wirklich wissen, dass es - auf lange Sicht - besser für Sie oder andere wäre,
wenn die Realität so wäre, wie Sie es sich vorstellen?
2. Können Sie mit 100%iger, absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
3. Wie reagieren Sie, wenn Sie diesen Gedanken denken?
- Empfinden Sie Ärger, Anspannung, Wut, Stress oder Frustration?
- Versuchen Sie in irgendeiner Form, ihn/sie zu ändern? Wie fühlt sich das an?
- Wie behandeln Sie sich? Wie behandeln Sie den anderen? Wie fühlt sich das an?
- Wo spüren Sie es in Ihrem Körper, wenn Sie diesen Gedanken glauben?
- Bringt dieser Gedanke Stress oder Frieden in Ihr Leben?
- Können Sie einen friedvollen Grund finden, an diesem Gedanken festzuhalten?
(Falls ja: Fragen Sie sich: Ist dieser Grund wirklich friedvoll?)
4. Wer wären Sie ohne diesen Gedanken?
- Wie wäre es, wenn Sie diesen Gedanken gar nicht denken könnten?
- Wie fühlt es sich an, ohne diesen Gedanken?
- Wer sind Sie jetzt, in diesem Moment, ohne diesen Gedanken?
Die Umkehrung:
Kehren Sie nun Ihre Aussage um.
Dies ist eine Gelegenheit, das Gegenteil von dem, was Sie für
wahr halten zu beleuchten. Oft können Sie auch mehrere Umkehrungen finden.
Beispiel: "So-und-so sollte mich verstehen." wird umgekehrt zu:
- "So-und-so sollte mich nicht verstehen." (Ist das vielleicht genauso wahr oder wahrer?)
- "Ich sollte mich verstehen." (Erfülle ich das, was ich von dem anderen erwarte?)
- "Ich sollte So-und-so verstehen." (Kann ich verstehen, dass er mich nicht versteht? Gibt es Situationen in denen ich So-und-so nicht verstehe?)
Fragen Sie sich jedes Mal: "Ist das genauso wahr
oder wahrer?" Es geht nicht darum, dass Sie anfangen sich schuldig zu fühlen, das wäre auch wiederum eine Überprüfung wert :).
Es geht darum eine objektivere Sichtweise zu entwickeln, so dass Sie mehr in den Frieden kommen.
Schauen Sie, ob Ihnen Argumente einfallen, warum die Umkehrungen wahrer sein könnten als die ursprüngliche Aussage.
Die Umkehrung der sechsten Aussage des Arbeitsblattes:
Die Umkehrung für die Aussage Nummer 6 des Arbeitsblatts ist ein wenig anders:
Beispiel: "Ich will nie wieder erleben, dass So-und-so mich nicht versteht." wird umgekehrt zu:
- "Ich bin bereit wieder zu erleben, dass So-und-so mich nicht versteht." und dann zu:
- "Ich freue mich darauf wieder zu erleben, dass So-und-so mich nicht versteht."
(Sie könnten auch sagen: "Ich bin bereit / freue mich in Gedanken wieder zu erleben, dass ...")
Bei der Nummer 6 geht es darum, alle Ihre Gedanken und Erfahrungen mit Offenheit willkommen zu
heißen. Falls Sie gegen irgendeinen Gedanken Widerstand spüren, ist Ihre Arbeit noch nicht getan.
Wenn Sie sich ehrlich auf unangenehme Erfahrungen freuen können, gibt es nichts mehr im Leben
zu fürchten - Sie sehen dann alles als ein Geschenk an, das Ihnen Selbsterkenntnis bringen kann.
Hier noch einige Weblinks für weitere Informationen zu den Themen: Byron Katies "The Work", Meditation, Satsang etc.
Buchempfehlungen:
- Byron Katie: Lieben was ist - Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können . Goldmann, München 2002, ISBN 3-442-33650-3
- Originaltitel: Loving What Is: Four Questions That Can Change Your Life . Harmony, 2002, ISBN 0609608746
- Byron Katie: Ich brauche deine Liebe - stimmt das? Liebe finden, ohne danach zu suchen . Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-33743-7
- Originaltitel: I Need Your Love - Is That True?: How to Stop Seeking Love, Approval, and Appreciation and Start Finding Them Instead . Harmony, 2005, ISBN 140005107X
- Moritz Boerner: Gemeinsam lieben - Der einfache Weg zur erfüllten Beziehung mit der genialen Methode "The Work" . Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-14215-6
- Eckhart Tolle: JETZT! Die Kraft der Gegenwart. ISBN 3933496535
- Eckhart Tolle: Eine neue Erde. Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung. ISBN 3442337062
- Samarpan: Glücklich Sein in jedem Moment. Kamphausen Verlag 2003, ISBN 3933496675
© 2007
Heilpraktiker Philip Witt
Praxis für Klassische und Systematische Homöopathie
Durchschnitt 4, 20146 Hamburg
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