Was ist das Krankheits- und Heilungsverständnis in der Homöopathie?
Die Homöopathie betrachtet den Körper nicht als eine mehr oder weniger komplizierte Maschine, deren defekte Teile man nur zu reparieren braucht, um sie weiter am laufen zu halten, sondern als ein großes Gesamtregulationssystem von Körper und Geist, bei dem eine Störung der Gesamtregulation verschiedenste Krankheitssymptome hervorrufen kann.
Die Homöopathie geht von einem ganzheitlichen und unteilbarem Krankheitszustand aus, der für eine ganzheitliche Heilung ein Arzneimittel bedarf, welches eben diese Ganzheit abdeckt.
Aus homöopathischer Sicht wäre also ein verschwundener Hautausschlag allein noch keine Heilung, solange z.B. depressive Zustände bestehen blieben.
Mit anderen Worten wird Krankheit als eine Störung der Lebenskraft verstanden, die immer sowohl den Körper als auch den Geist betrifft.
Ein Symptom (wie z.B. Kopfschmerzen) wird in seinen Modalitäten (z.B. Besserung durch Druck oder Verschlechterung durch Wärme etc.), wie auch in seiner Empfindung (z.B. hämmernd, klopfend, berstend, reißend oder ziehend etc.) individuell komplett unterschiedlich erfahren.
Ebenso wird auch auf mentaler Ebene ein und das selbe Symptom (z.B. Kopfschmerzen) die unterschiedlichsten Auswirkungen haben.
Der eine Mensch mag sich vielleicht vorrangig wegen dem Symptom bemitleiden, ein anderer darüber ärgern usw.
Die Möglichkeiten sind zahlreich.
Hier gilt es dann, sofern man mit der „Neuen Methode nach Dr. Rajan Sankaran“ arbeitet, weiter zu differenzieren.
Denn auch Selbstmitleid, Zorn, Angst etc. werden absolut individuell erfahren.
Um homöopathisch behandeln zu können ist es von sekundärem Interesse, ob es zu einem Symptom, (wie z.B. Schmerzen) auch ein körperlich diagnostizierbares Leiden gibt.
Es gibt nicht wenige Menschen, die beispielsweise unter starken Rückenschmerzen leiden, obwohl Wirbelsäule und Bandscheiben auf dem Röntgenbild völlig intakt sind.
Genauso wie es auf der anderen Seite Menschen gibt, die nach ihrem Röntgenbild zu urteilen höllische Schmerzen erleiden müssten, jedoch nicht den kleinsten Schmerz verspüren.
Kurzum, für die Klassische Homöopathie zählen vorrangig die wahrnehmbaren Symptome und persönlichen Besonderheiten, was natürlich nicht heißt, das die Klassische Homöopathie klinische Diagnosen ablehnt!
Klinische Diagnosen können durchaus zu einer guten homöopathischen Verschreibung beitragen, da sie dabei helfen, das Individuelle, Außergewöhnliche und Spezifische vom „normalen“ bzw. gewöhnlichen zu differenzieren.
© 2007
Heilpraktiker Philip Witt
Praxis für Klassische Homöopathie
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