Was sind D-Potenzen?
D-Potenzen ist eine Abkürzung für Dezimalpotenzen. "Dezem" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet 10.
Dezimalpotenzen nennt man homöopathische Arzneimittel, die nach dem folgenden Verfahren entstehen:
Die Ausgangssubstanz wird im Verhältnis 1 : 10 mit reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 10 mal kräftig gegen den Handballen geschlagen. Dadurch entsteht eine sogenannte "D 1". Von der "D 1" wird wieder ein Teil im Verhältnis 1 : 10 mit reinem Wasser oder Alkohol verdünnt und anschließend 10 mal kräftig gegen den Handballen geschlagen. Auf diese Weise entsteht die D 2, usw.
Auch bei maschineller Herstellungsweise, wird eine D-Potenz bei jedem Potenzschritt im Verhältnis 1:10 verdünnt und erhält 10 Schüttelschläge.
D-Potenzen werden außerhalb des deutschsprachigen Raumes selten eingesetzt.
Zwar wurden sie von dem in Philadelphia (USA) lebenden deutschen Arzt Constantin Hering eingeführt, aber sie haben sich vor allem in Deutschland etabliert, nachdem diese Herstellungsweise von Veysmeyer in Berlin veröffentlicht wurde und bald ihren Eingang in die Pharmacopoen Gruners und Wilma Schwabes fand.
Veysmeyer war der Ansicht, dass ein Mittel, das in der C3 nicht wirke, in der C2 schon zu stark sei, und man mit der feineren Abstufung der Dezimalreihe die Arzneimittel genauer dosieren könnte.
Er war ein Anhänger des materiellen Dosierungskonzepts, welches viele Jahre auch die Homöopathie dominierte, obwohl Samuel Hahnemann selbst entgegengesetzte Beobachtungen gemacht hatte. Er entwickelte die Q-Potenzen, welche eine noch höhere Verdünnung aufweisen als die C-Potenzen und in ihrer Wirkung als sanfter gelten. Er wandte sich gerade wegen der besseren Dosierbarkeit immer mehr den Q-Potenzen zu. In den letzten Jahrzehnten haben auch in Deutschland, C-Potenzen und Q-Potenzen die D-Potenzen in den meisten Praxen der klassischen Homöopathen abgelöst. Häufig eingesetzt werden D-Potenzen allerdings in Form von homöopathischen Komplexmitteln, da diese auch eher organotrop, also symptombezogen verschrieben werden und in dem Sinne mehr dem materialistischen Dosierungskonzept entsprechen.
Wegen ihrer vergleichsweise geringen Verdünnung enthalten die Dezimalpotenzen bis etwa D12 noch chemische Bestandteile
© 2007
Heilpraktiker Philip Witt
Praxis für Klassische Homöopathie
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