Was ist das Ebenen Konzept von Rajan Sankaran?
Das Ebenen Konzept beruht auf Beobachtungen von Dr. Rajan Sankaran, wonach Menschen ihre Beschwerden auf unterschiedlich tiefen Ebenen beschreiben. Die Ebenen hat er nach ihrer Tiefe geordnet:
1. Krankheitsname: Pathologie, Diagnose (z.B. Neurodermitis)
2. Fakten: Modalitäten der Lokalsymptome (z.B. Juckreiz am Ellenbogen, schlechter nach dem Essen.)
3. Emotion (z.B. Wut, Angst, Scham...)
4. Wahnidee: Wie wird die Situation erlebt? (z.B. „Ich fühle mich wie ein Ausgestossener)
5. Empfindungslevel: Die Übertragung von Energie ins Körperliche. Wie die Energie, ist die zentrale, allgemeine, zugrunde liegende Empfindung Bindeglied zwischen Körper- und Gemütssymptomen. (Wie fühlt sich das an?)
6. Energie: Die Quelle der Empfindung. Sie ist mit Worten schwer zu beschreiben und wird z.B. durch Gestik ausgedrückt.
7. Der Raum: Die Leere, auf der sich ein Energiemuster manifestiert. Diese Ebene ist für die Arzneimittelwahl nicht entscheidend, da sie nicht erfasst werden kann. Diese Ebene wird aber von Sankaran als logischer Hintergrund für die weiteren Ebenen aufgeführt.
Grundsätzlich können Beschwerden auf allen Ebenen geäussert werden, allerdings hält sich jeder Mensch bei der Beschreibung seiner Beschwerden vorwiegend auf einer Ebene auf. So gibt es z.B. Patienten, die sehr detailliert ihre körperlichen Symptome äußern können, aber wenig Zugang zu ihren Emotionen haben, oder wieder andere, die auf alle Ereignisse sehr emotional reagieren etc.
Dies ist für die Bestimmung der Potenzhöhe des homöopathischen Arzneimittels entscheidend.
Für eine präzise Arzneimittelwahl ist es immer von Vorteil alle Ebenen so genau wie möglich zu erfassen. Je tiefer die Ebene, desto spezifischer ist auch die Erfahrung und desto entscheidender ist dies für die Arzneimittelwahl.
Das Ebenen-Konzept gibt dem Homöopathen, zusätzlich zu dem Miasmen-Konzept Sankarans eine Art Landkarte, anhand derer er schon während der Anamnese wissen kann, wie wichtig das Gesagte des Patienten für die Arzneimittelwahl ist und zu welchen Bereichen er noch mehr wissen muss. Außerdem hilft es ihm bei der Differenzialdiagnose während der Arzneimittelwahl.
© 2007
Heilpraktiker Philip Witt
Praxis für Klassische Homöopathie
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