In der Homöopathie werden Arzneimittel aus allen Naturreichen gewonnen, darunter auch aus dem Tierreich.
Tierische Arzneimittel und Tierschutz:
In der Regel werden homöopathische Arzneimittel tierischen Ursprungs gewonnen, ohne das dem entsprechenden Tier Leid geschieht. In den homöopathischen Arzneimitteln und Repertorien nehmen die sogenannten Milchmittel den größten Platz ein, (also Mittel, die aus der Milch eines Tieres gewonnen werden). Dicht gefolgt von Tiergiften, wie Schlangengiften, die in der hoch verdünnten und potenzierten Form ihre heilsamen Wirkungen auf sanfte und milde Art entfalten können.
Darüberhinaus kommt das Aufbereitungsverfahren homöopathischer Arzneimittel, das sogenannte Potenzieren mit sehr geringen Mengen an Ausgangssubstanz aus. An sich garantiert dieses Verfahren der Arzneimittelherstellung, das es zu keinem Raubbau an der Natur kommt.
Letztendlich kann man Homöopathie nicht ernsthaft praktizieren ohne ein Bewußtsein für die Wichtigkeit des Artenschutzes zu bekommen. Homöopathische Arzneimittelprüfungen geben Hinweise auf die Erlebniswelt von Tieren und die Erfahrung der heilsamen Wirkung eines nach dem Ähnlichkeitsgesetz verschriebenen homöopathischen Mittels lässt erkennen welch ein fataler Verlust das Aussterben einer Tier- oder Pflanzenart für die Menschheit ist.
An sich wird in der Homöopathie nicht nur bei der Gewinnung der Arzneimittel, Arten- und Tierschutz groß geschrieben. Auch bei der Arzneimittelprüfung ist es üblich die homöopathischen Arzneimittel an freiwilligen gesunden Menschen zu testen. Diese Arzneimitteltester sind in der Regel selbst Homöopathen oder begeisterte Anhänger dieser Heilkunst und wissen darum, das die entstehenden Symptome nach Absetzen des homöopathischen Arzneimittels wieder verschwinden.
Warum benötigt man denn überhaupt Tierische Arzneimittel?
Da die Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsgesetz Anwendung findet ist jeder Homöopath bestrebt das Arzneimittel ausfindig zu machen, das dem Krankheitszustand des Patienten am ähnlichsten ist.
Die Arzneimittel aus dem Tierreich haben dabei ihre ganz eigene, von Arzneimitteln aus dem Mineral- oder Pflanzenreich gänzlich verschiedene Energie, so dass man ohne Anwendung dieser Arzneien nicht in der Lage wäre eine Vielzahl an Patienten optimal zu behandeln.
Was haben Arzneimittel aus dem Tierreich denn gemeinsam, was mineralische- oder pflanzliche Arzneimittel nicht haben?
Abgesehen davon, das jedes Arzneimittel für sich eine einzigartige Energie und Symptomentotalität aufweist gibt es auch grundsätzliche Unterschiede was elementare Themen der einzelnen Naturreiche angeht.
In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde durch globalen kollegialen Austausch und der Zuhilfenahme der Computertechnologie immer deutlicher das es auch in den Eigenschaften der homöopathischen Arzneimittel, bestimmte Gemeinsamkeiten innerhalb der einzelnen Naturreiche und deren Untergruppierungen gibt. Viele Symptome und Eigenschaften, die als Gemeinsamkeiten durch das Vergleichen der vorliegenden Daten ausgemacht werden konnten, korrespondieren interessanterweise mit den Ergebnissen, die andere Disziplininen, wie die Zoologie, die Botanik oder Chemie gemacht haben.
So ist beispielsweise die Wahrnehmung von Patienten die ein homöopathisches Arzneimittel aus dem Tierreich benötigen geprägt von Wettkampf und Kokurrenzkampf. Es besteht die Empfindung von "Nur der Stärkere setzt sich durch". Es geht ums Überleben. Fressen oder gefressen werden. Der Fokus orientiert sich vorrangig an den anderen. Dieses Empfinden zieht sich durch alle Bereiche, ob in der Begegnung mit anderen, als auch in dem Erleben der Körpersymptome. So können z.B. Redewendungen kommen wie: "Die Kopfschmerzen setzen mir zu. Als wenn der Schmerz mich fertig machen will."; Meine Migräne verfolgt mich. Ich versuche ihr zu entkommen, nehme dies, mache das, aber sie holt mich immer wieder ein."; "Ich glaube der Schmerz ist stärker als ich. Ich fühle mich von ihm überwältigt" "Entweder die Krankheit gewinnt oder ich"
Hier noch ein paar Beispiele von dem gemeinsamen Erleben von Patienten, denen mit homöopathischen Arzneimitteln aus der Familie der Säugetiere geholfen werden konnte, um aufzuzeigen wie sich die Themen weiter spezifizieren:
Gemeinsamkeiten von Arzneimitteln aus dem Reich der Säugetiere:
Im Kern dreht sich die Problematik darum einer Gruppe anzugehören und dafür einen Preis zu zahlen. Der Anschluss an die Gruppe wird benötigt. Die Gruppe gibt Sicherheit. Es gibt Kämpfe um die Vorherrschaft in der Gruppe. Die Themen-Polaritäten von Dominanz und Unterwerfung tauchen auf, sowie Gruppe vs. selbst. Weiterhin gibt es klinische Beobachtungen, wonach einige Symptome häufiger bei homöopathischen Arzneimitteln aus Ausgangsstoffen diverser Säugetieren anzutreffen sind, als da wären:
- Verschlechterung vor oder während der Menses, insbesondere Schwere oder Spannen der Brust vor der Menses.
- Beschmutztes Gefühl
- Reinlichkeit
- Missbrauch in der Geschichte
- Furcht vor Schlangen
Die sind nur einige wenige Beispiele von Säugetier-spezifischen Themen und diese spezifizieren sich noch einmal subtiler, je nachdem ob es sich um ein domestiziertes, ein Raub- oder Beutetier etc. handelt.
Als abschliessendes Beispiel, hier noch ein paar zentrale gemeinsame Empfindungen von Arzneimitteln aus dem Reich der Vögel:
Gemeinsamkeiten von homöopathischen Arzneimitteln aus dem Reich der Vögel:
Es tauchen Themen von Eingeschlossen, gefesselt, in Ketten und gefangen auf der einen Seite und sich erheben, Frei sein und Freiheit auf der anderen Seite auf. Es ist die Polarität von Himmel und Erde. Schwere und Verantwortung auf der einen Seite und Schwerelosigkeit, Ungebundenheit und Freiheit auf der anderen Seite. Es kann eine Affinität zu hochgelegenen Orten geben, nach Bergen aber auch zum Meer. Oft strahlen Patienten, die ein Vogelmittel benötigen eine große Attraktivität aus. Es kann ein großes Bedürfnis vorliegen zu Reisen und auszuwandern.
Und auch hier spezifizieren sich die Themen noch weiter, je nachdem um was für eine Vogelart es sich handelt.
Literatur zu dem Thema:
- Dr. med. Rajan Sankaran: Sankaran Tabellen 2006
Dr. med. Rajan Sankaran: Die Empfindung in der Homöopathie, 804 S.
- Nancy Herrick: Das Wesen der Tiere in menschlicher Sprache, 500 S.
- Dr. med. Farokh Master: Schlangen, Spinnen, Pilze, Irl Verlag, 136 S.
- Dr. med. Farokh Master: Milchmittel in der Homöopathie, Narayana Verlag, 200 S.
- Homoeopathic Links Sonderheft: Die Milchmittel der Materia Medica, 250 S.
- Dr. med Massimo Mangialoavori: Die Meeresmittel, Narayana Verlag, 280 S.
- Homoeopathia viva Sonderheft: Hundearzneien, 84 S.
© 2007
Heilpraktiker Philip Witt
Praxis für Klassische Homöopathie
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