Heilpraktiker Praxis für Klassische Homöopathie Hamburg Philip Witt

 

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Das Ähnlichkeitsprinzip bzw. Similie-Prinzip:

Was ist das Ähnlichkeitsprinzip bzw. Similie-Prinzip?

„Similia similibus curentur“ - Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden.
Oder anders ausgedrückt: Eine Krankheit wird durch ein Arzneimittel geheilt, welches am Gesunden ähnliche Symptome hervorzubringen vermag.
Dies ist die oberste Leitlinie der klassischen Homöopathie und als Similie-Prinzip oder Ähnlichkeitsprinzip bekannt.


Ein praktisches Beispiel:
Es ist bekannt, das die Küchenzwiebel (Allium cepa) beim Gesunden Fließschnupfen und brennende, tränende Augen hervorrufen kann. In der Homöopathie hat sich die Küchenzwiebel in potenzierter Form als gutes Mittel gegen akuten Fließschnupfen in Verbindung mit brennenden, tränenden Augen bewährt.
Zwei ähnliche Amplituden die gegeneinander laufen, sich dadurch auslöschen und somit eine Nullinie bilden wäre ein mögliches Bild, welches dieses Wirkungsprinzip veranschaulicht.
Besonders bei einer Ganzheit, einer Summe von Symptomen und Eigenschaften ist das Ähnlichkeitsprinzip ein sehr einleuchtendes Wirkungsprinzip.
Zugegebenermaßen lässt sich bei einzelnen Attributen noch leicht ein Gegenteil finden (z.B. heiß/kalt, hell/dunkel etc.), doch bei
sogenannten „Totalitäten“ also bei der Summe von Attributen oder Symptomen gibt es keine eindeutigen allgemeinen Gegenteile.
Fragt man beispielsweise 100 Leute nach dem Gegenteil einer Maus, werden die verschiedensten Antworten kommen, wie z.B: (Elefant, aufgrund der Größe...), (Katze, weil sie Mäuse frisst...), Kieselstein (uneben und Mineral...), Sonnenblume (Pflanze, unbeweglich, bunt etc.)
Fragt man nach dem Ähnlichsten, werden die Antworten schon sehr viel übereinstimmender. Man ist dann eher geneigt an ein anderes kleines Nagetier zu denken, wie z.B. Ratte oder Chinchilla.
Da Krankheit aus homöopathischer Sicht eine Totalität bzw. einen Gesamtzustand darstellt, ist es nahe liegend, das man mit dem Anspruch einer ganzheitlichen Therapie an dem Ähnlichkeitsprinzip schwer vorbeikommt.

Wie kam es zu der Entdeckung des Ähnlichkeitsprinzips“ und der Homöopathie?

Samuel Hahnemann übersetzte viele medizinische Werke seiner Zeit, da er neben seinen umfangreichen medizinischen Kentnissen diverse Sprachen beherrschte.
1790 stolperte Samuel Hahnemann bei der Übersetzung eines Werkes von William Cullen („Abhandlung über die Materia Medica“) vom Englischen ins Deutsche über eine Aussage zur Chinarinde. Es war bekannt, das die Chinarinde häufig bei intermittierenden Fiebern, wie bzw. Malaria heilende Eigenschaften gezeigt hatte. Cullen schrieb dies den Bitterstoffen zu.
Hahnemann zweifelte jedoch diese These an, denn viele Pflanzen enthalten Bitterstoffe und hätten demnach gegen Malaria wirksam sein müssen.
Er folgerte daraus, dass nicht die Bitterstoffe allein entscheidend sein konnten. Es musste etwas mit dieser Pflanze als ganzes zu tun haben.
In seiner Neugierde und seinem Forscherdrang entschloss sich Hahnemann zu einem Selbstversuch.
Ohne selbst an Malaria erkrankt zu sein, nahm er über mehrere Tage zweimal täglich je vier Quentchen Chinarinde ein. In den folgenden Tagen erlebte Hahnemann sämtliche Symptome der Malaria an sich, ohne den Erreger in seinem Körper zu haben. Die Symptome wiederholten sich jedesmal, wenn er die Gaben erneuerte, sonst nicht. Nach Absetzen der Chinarinde verschwanden alle Symptome wieder.


Dieser Selbstversuch gilt als die Geburtsstunde der Homöopathie.
Denn Hahnemanns Schlußvolgerung war, das die Chinarinde diese Heilkraft bei intermittierendem Fieber besitzt, weil sie die Fähigkeit besitzt beim Gesunden Krankheitssymptome hervorzurufen, welche für das intermittierende Fieber bezeichnend sind.
Hahnemann führte in den darauffolgenden Jahren noch etliche weitere Arzneimittelprüfungen durch und versuchte mit naturwissenschaftlicher Gründlichkeit hinter den gemachten Erfahrungen ein Naturgesetz zu erkennen.
Dieses Gesetz formuliert er später mit: similia similibus curentur („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“) und beschreibt es ausgiebig in seinem „Organon der Heilkunst“, welches 1810 als erstes Homöopathie Lehrbuch veröffentlicht wurde.
Hahnemann war allerdings nicht der erste, der dieses Wirkungsprinzip erwähnte, jedoch der erste der es mit diesem unglaublichen Eifer und naturwissenschaftlicher Akribie erforschte und darauf aufbauend ein eigenständiges Heilsystem entwickelte – die Homöopathie.

 

© 2007

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