Heilpraktiker Praxis für Klassische Homöopathie Hamburg Philip Witt

 

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Systematische Homöopathie - Die "Neue Methode" nach Dr. Rajan Sankaran

Was ist die Systematische Homöopathie oder „Neue Methode“ nach Dr. Rajan Sankaran?

Die Systematische Homöopathie, welche von indischen Ärzten um Dr. Rajan Sankaran entwickelt wurde ist letztendlich eine Weiterentwicklung der klassischen Homöopathie. Diese „Neue Methode“ beruht auf den gleichen Grundsätzen wie die Klassische Homöopathie, unterscheidet sich aber in der Anamnese und der Arzneimittelsystematik.

Die Anamnese (= Patientenbefragung)

Durch den Verzicht auf katalogisiertes Fragen und detailliertes Ergründen der Hauptbeschwerde lässt sich die Gefühls- und Erlebniswelt des Patienten präzise erfassen. Nach Möglichkeit benutzt der Homöopath für seine Fragen nur die Worte die vom Patienten kommen und arbeitet sich, zusammen mit dem Patienten auf diese Weise tiefer in dessen individuelle Empfindungswelt vor.

Für den Homöopathen sind dabei die Aussagen des Patienten wichtig, die entweder sehr individuell formuliert werden, oder besonders viel Energie enthalten, also z.B. stark betont werden, emotional unterlegt sind oder mit Gesten unterstützt werden.

Grundsatz ist immer: Nicht der Homöopath weiß, was in dem Patienten vorgeht oder was er braucht, das weiß nur der Patient allein und Aufgabe des Homöopathen ist es dieses individuelle Empfinden so genau wie möglich zu erfragen, ohne eigene Vorstellungen und Interpretationen einfließen zu lassen.
Im Verlauf der Anamnese entsteht ein Gesamtbild aus Worten, Gesten und Gleichnissen.

Ziel ist es bei dieser Methode vor allem die unterbewussten tiefer liegenden Ebenen des Empfindens zu erfassen, welche hinter der emotionalen Ebene verborgen sind. Das Empfinden auf diesen Ebenen wurzelt sehr tief und liegt allem Leiden zugrunde. Es enbehrt einer objektiven Logik, ist aber charakterisiert durch eine intensive subjektive Realität und damit auch das am höchst individuellste und außergewöhnlichste an menschlicher Empfindung, was mitgeteilt werden kann.

Der zweite Schritt - Die Arzneimittelwahl in der Systematischen Homöopathie:

Im zweiten Schritt gilt es ein homöopathisches Arzneimittel ausfindig zu machen, welches diesem Gesamtbild aus Körpersymptomen, Modalitäten, Gefühlen, Erleben, Denken und Empfindungen so ähnlich wie möglich ist:

Bei dem Auswählen, eines dem skizzierten Gesamtbild möglichst ähnlichem homöopathischen Arzneimittel, macht man sich in der "Neuen Methode" zusätzlich zu dem alten Wissen über homöopathische Arzneimittel aus Heilungserfolgen und Arzneimittelprüfungen, die Erkenntnisse aus der sogenannten Gruppenanalyse zu nutze.
In der Systematischen Homöopathie hat man erkannt, das es innerhalb der homöopathischen Arzneimittel jedes Naturreichs gemeinsame Eigenschaften und Themen gibt, wie man es auch aus anderen Wissenschaften, wie der Botanik, der Zoologie, Geologie und der Chemie kennt.
Oft korrelieren die herausgearbeiteten gemeinsamen Eigenschaften der Arzneimittelreiche und Unterfamilien stark mit den Erkenntnissen der jeweiligen anderen wissenschaftlichen Disziplinen.

Die groben Gemeinsamkeiten der homöopathischen Arzneien aus dem Tierreich, dem Mineralreich und dem Pflanzenreich können Sie auf den entsprechenden Seiten nachlesen.

Bei der Arzneimittelwahl bedient man sich in der Systematischen Homöopathie also dieser Erkenntnisse und stellt auf diese Weise schon mal eine erste Ähnlichkeit zwischen den grundlegenden Empfindungen des Patienten und dem entsprechenden Naturreich her. Das passendste Arzneimittel sollte also die Energie des korrespondierenden Naturreichs, sowie der Unterfamilie und den Charakteristika der Substanz entsprechen.

Faszinierender Weise berichten Menschen ihre Beschwerden auf den tiefsten Ebenen mit Worten, die einer anderen Quelle zu entspringen scheinen. So kann ein Mensch beispielsweise sein Lebensdrama schildern, wie den Überlebenskampf einer Maus mit allen Details, Bildern und Szenarien, die dazu gehören. Ein anderer beschreibt seine zugrunde liegende Empfindung für eine äußerlich ähnliche Lebenssituation mit Worten voller Struktur und Funktionalität und gibt Metaphern und Bilder, wie sie typisch für den Bereich der Chemie sind: Alles dreht sich um Druck, stand halten, funktionieren, Verbindungen aufbauen oder Bindungen lösen etc. Der nächste Mensch mag äußerlich ebenso ähnliche Krankheitsnamen und Lebensumstände haben, beschreibt sein Empfinden und Erleben aber aus einer Perspektive des sensiblen Reagierens einer Pflanze auf vorherrschende Umstände.

Letztendlich sollte das zu wählende homöopathische Arzneimittel optimalerweise sowohl die tiefste Empfindungswelt des Menschen, als auch alle Körpersymptome abdecken.

Das Verständnis und die Differenzierung des individuellen Erlebens:

Gerade bei der Differenzierung emotionaler und mentaler Zustände ist die "Neue Methode" von unschätzbarem Wert, weil man dadurch psychische und emotionale Symptome viel detailierter erfassen kann, als es mit der herkömmlichen Fragetechnik der Fall ist. Früher hat man beispielsweise notiert "Eifersüchtig" und "Angst vor dem Alleinsein" und diese Symptome repertorisiert. Die "Neue Methode" geht hier weiter in die Tiefe und versucht zu Ergründen, wie das individuelle Empfinden des Patienten ist. So können unglaublich viele unterschiedliche Arten des Erlebens von Eifersucht herauskommen. Die "Neue Methode" beleuchtet das Problem von allen Seiten und benutzt für die Fragen allein die Worte des Patienten um das charakteristische Erleben zu erfassen. Aus dem Symptom "Eifersüchtig", entsteht dann ein Konglomerat von Symptom(en) plus Empfindungen, Emotionen, mentaler Einstellungen und Modalitäten. Am Entscheidendsten ist es aber, wie bereits oben erwähnt, die zentrale Empfindung zu Tage zu fördern:

Beispiel Eifersucht - Ein mögliches Erleben von Eifersucht, wie es typisch ist für homöopathische Arzneimittel aus dem Pflanzenreich:

"Eifersüchtig. -> Fühle eine gefühlsmäßige Verbundenheit eine Zusammengehörigkeit mit meinem Partner. Angst davor, das die Beziehung auseinanderfällt. Fühle mich wie in tausend Stücke gerissen. In alle Richtungen verstreut. Muss mich in der Situation zusammenreißen, damit ich mich nicht verliere. Ich muss meine Kräfte zusammenhalten, die Dinge erst einmal wieder zusammen bekommen". Eine solche Beschreibung würde beispielsweise auf das Pflanzenreich hinweisen, speziell auf die Leguminosen, die Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die genau dieses Erleben als tiefste Empfindung hat.

Beispiel Eifersucht - Ein mögliches Erleben von Eifersucht, wie es typisch ist für homöopathische Arzneimittel aus dem Tierreich:

Ein Patient, der ein Arzneimittel aus dem Tierreich benötigt, könnte seine zentralen Empfindungen bezüglich Eifersucht z.B. folgendermaßen äußern: "Ich traue meiner Partnerin nicht. Sie ist eine sehr attraktive Frau. Habe schon davon geträumt das andere Männer um sie werben. Sie sind skrupellos. Dieser Traum verfolgt mich. Jetzt scheint es wahr zu werden. Als wenn ich es vorausgesehen hätte. Ein anderer Mann versucht mir meine Frau streitig zu machen. das vergiftet mich. Habe das Gefühl nicht mehr richtig Luft zu bekommen. Das ist so ein Engegefühl am Hals, wie erwürgt zu werden. Aber den werde ich schon fertig machen. Ich weiß ich bin ihm überlegen. Mit mir kann er nicht mithalten. Wenn der mir in die Quere kommt zeige ich ihm wer der Boss ist. Ich bin der Stärkere!" Dies wäre eine Bescheibung, wie sie typisch ist für Patienten, die ein homöopathisches Arzneimittel benötigen, welches aus dem Reich der Tiere kommt. In diesem Beispiel kann man weiterhin Themen von Mitteln aus dem Unterreich der Schlangen erkennen.

Beispiel Eifersucht - Ein mögliches Erleben von Eifersucht, wie es typisch ist für homöopathische Arzneimittel aus dem Mineralreich:

Das Mineralreich hat wiederum eine ganz andere Energie, wenn hier nachgefragt wird, könnte beispielsweise herauskommen: "Eifersucht -> Habe Angst vor dem Beziehungsverlust. Angst vor dem Alleinsein. Alleine bin ich nicht voll funktionsfähig. Mir würde etwas fehlen. Ich wäre unvollständig. Ich wäre nicht in der Lage meine Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten. Das wäre eine ganz andere Qualität. Ich würde mich sehr minderwertig fühlen, wenn mein Partner nicht mehr da wäre. Ich hoffe das die Bindung stark genug ist und hält. Wir wollen uns eigentlich zusammen was aufbauen. Zusammen schaffen wir mehr im Leben. Hoffe das das Fundament stark genug ist. Ich brauche endlich wieder Stabilität und Sicherheit.Ich weiß nicht ob ich das Potential und die Ressourcen habe diese Krise zu überstehen."

Dies wäre eine Beschreibung, wie sie Patienten geben, die ein homöopathisches Arzneimittel benötigen, welchem als Ausgangsstoff ein Salz zu Grunde liegt.

Natürlich können die Beispiele nur einen kleinen Eindruck geben, wie sich ein Symptom noch weiter differenzieren lässt. In so kurzer Form bleibt es immer etwas plakativ. Um diese Methode zu verstehen und praktizueren zu können, benötigt es schon einige Jahre intensiver Beschäftigung damit, denn letztendlich geht es darum zu schauen, welche Empfindung wirklich zentral ist und immer wieder an verschiedenen Punkten auftaucht. Das heißt nicht nur die Eifersucht allein wird mit den Worten der zentralen Empfindung beschrieben, sondern auch alle wichtigen Körpersymptome müssen die gleiche Energie enthalten.

Ungeliebte Muster:

Zentrale Empfindungen liegen auch allen ungeliebten Mustern zu Grunde, über die viele Menschen klagen. Nicht wenige Menschen stellen an sich bestimmte Muster fest, die ihnen nicht gefallen und darüber hinaus auch ungesunde Auswirkungen auf den Körper haben, können sie aber dennoch nicht so recht ändern. Die meisten haben häufig sogar schon rational erkannt, was diese Muster sind, in welchen Situationen sie auftreten und wo dieses Verhalten in der Vergangenheit seine Ursache haben könnte, aber in der Lage sie wirklich zu verändern sind sie nicht. Die gleiche Kassette spielt Tag ein und Tag aus. An diesem Punkt setzt die Systematische Homöopathie an, da es vorrangig um die Frage „wie?“ und nicht um die Frage „warum?“ geht.
Schon durch die wertfreie und objektive Gesprächsführung angeregt kann es passieren, das sich Erkenntnisse auf tieferen Ebenen einstellen und Muster lösen. Letztendlich geht es aber auch in der Systematischen Homöopathie darum ein homöopathisches Mittel zu finden, das die entsprechenden Themen und Symptome beinhaltet und die Lebenskraft harmonisiert, so dass Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht kommen.

© 2007

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